Tinte und Rausch

Walter Benjamin in Marseille

Eine interaktive Dokumentation <!--in Arbeit-->

Das prophetische Denken des Philosophen Walter Benjamin, der sich mit Technologie, Stadt und Moderne beschäftigte, verdient mehr als nur einen Wikipedia-Eintrag.


« Eines der ersten Zeichen, daß der Haschisch zu wirken beginnt, ist ein dumpfes Ahnungs- und Beklommenheitsgefühl; etwas Fremdes, Unentrinnbares naht ... »

Ernst Joël und Fritz Fränkel, Vorbemerkung Haschich in Marseille - 1928


Haschisch in Marseille wurde 1928 geschrieben, 1932 in der Frankfurter Zeitung auf Deutsch und 1935 in den Cahiers du Sud auf Französisch veröffentlicht. Das Essay lädt die Leser von Walter Benjamin ein, ihm auf einem poetischen und feinsinnigen Ausflug durch eine futuristische und kosmopolitische Stadt zu folgen.

 

Tinte und Rausch, zugleich literarische und interaktive Reise, ging aus diesem Text und einer Reflexion über digitale Technologien als Medien der schöpferischen Tätigkeit und als Speichermedien hervor, und bezieht sich dabei auf die Gedanken des deutschen Philosophen.

 

Ausgehend vom Jahr 1928 bis ins Jahr 1935, ermöglicht diese multimediale Umsetzung eine Reise durch die Zeit und den Text. Das Essay von Benjamin klappt auf, entfaltet sich und tritt in Dialog mit einem Kosmos aus Klängen und Bildern, der die Zuschauer abseits eingefahrener Wege mitzieht. Die Übersetzung, das Zitat, die Fotomontage und die Collage sind spielerische und poetische Vorschläge, die von Schreibstrategien Benjamins inspiriert sind, und die es erlauben, den unglaublichen Reichtum dieses kurzen Textes zu erkunden.

 

Spiegelzauber zwischen gestern, heute und morgen, das Hier wie ein Anderswo, Polyphonie der deutschen und französischen Sprache… Tinte und Rausch möchte sowohl Benjamin-Kenner als auch ein breites Publikum dazu animieren, online, in einer Bibliothek oder in einem Museum die unglaubliche Modernität dieses Freigeistes der 1930er-Jahre zu entdecken, „ein Kind, dem man einen Schnurrbart angeklebt hat“ wie Georges Bataille ihn beschrieb.

 

Fern von der englischsprachigen Hegemonie, wo doch Züge zwischen Marseille und Frankfurt verkehren, lasst uns heute künstlerische Verbindungen in den Fußstapfen dieses Wegbereiters errichten, quer durch Vergangenheit und Gegenwart, Französisch und Deutsch, Literatur und Digitales.

Eine interaktive Onlinedokumentation

vom 14. September 2018

Sonderausstellung im Musée d’Histoire de Marseille
vom 15. September 2018 bis zum 28. Februar 2019

 

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